Das Unternehmensnetzwerk Klimaschutz – Erfahrungspool Ressourceneffizienz (UNK) setzt gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie weiteren Partnern im Rahmen der Bundesförderung für transformative Klimaschutzprojekte der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) darauf, Unternehmen gezielt bei der Umsetzung von Kreislaufwirtschaft und ressourceneffizienten Betriebsprozessen zu begleiten.

 

Die Ausgangslage ist herausfordernd: Eine OECD‑Analyse aus dem Jahr 2018 zeigt, dass sich der weltweite Bedarf an Materialien wie Biomasse, fossilen Energieträgern, Metallen und Mineralien innerhalb von etwa vier Jahrzehnten verdoppeln könnte. Gleichzeitig wird erwartet, dass das jährliche Abfallaufkommen bis 2050 um rund 70 Prozent steigt. Damit werden geschlossene Materialkreisläufe zu einem zentralen Hebel für Klimaschutz und wirtschaftliche Stabilität.

Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) verdeutlicht, dass zirkuläre Ansätze die Emissionen der deutschen Wirtschaft bis 2045 um bis zu 26 Prozent senken und zugleich die Abhängigkeit von Rohstoffen reduzieren können. Indem das UNK diese Potenziale sichtbar macht und Unternehmen bei der praktischen Umsetzung unterstützt, trägt es maßgeblich dazu bei, die Kreislaufwirtschaft im Mittelstand weiter voranzubringen.

Nationale und europäische Strategien

Das neue Projekt knüpft direkt an zentrale politische Leitlinien auf nationaler und europäischer Ebene an – vom Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und dem Deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) bis hin zum EU‑Kreislaufwirtschaftsaktionsplan und dem European Green Deal. Dabei unterstützt das Netzwerk Unternehmen dabei, aktuelle Vorgaben wie die kommende EU‑Verpackungsverordnung (PPWR) nicht nur zu erfüllen, sondern als Impuls für Innovation und zusätzliche Wettbewerbschancen zu nutzen. Gemeinsam lernen, gemeinsam handeln – gelebtes nachhaltiges Peer Learning.

Nachhaltiges Peer Learning

Das neue Projekt setzt auf einen Ansatz, der Unternehmen nicht nur informiert, sondern befähigt, Maßnahmen im Betrieb umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Inhalte und der direkte Austausch zwischen den Mitgliedern. Unternehmen lernen voneinander und profitieren von einem bundesweiten Erfahrungspool an Best Practices. In den Angeboten des Projekts werden zentrale Zukunftsthemen behandelt – von Berichterstattung über digitale Produktinformationen und automatisierte Prozesse bis hin zu effizientem Ressourcenmanagement und innovativen technischen Verfahren.

Digitale Lösungen und neue Formate

Der KlimaGuide, eine bereits bestehende Datenbank zum betrieblichen Klimaschutz, wird um Inhalte zu Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz ergänzt und bietet praxisnahe Handlungshilfen für Unternehmen. Auch das THG-Bilanzierungstool ecocockpit bleibt weiterhin ein zentrales Werkzeug zur Erfassung von unternehmens- und produktbezogenen THG-Emissionen. Vervollständigt wird das Programm durch Austauschformate wie bundesweite Netzwerktreffen, thematische Workshops und Webinare sowie Best-Practice-Sessions. Das Qualifizierungsangebot behält mit dem Energie-Scouts-Programm und der jährlichen Bestenehrung ein öffentlichkeitswirksames Highlight und wird um eine Peer-Learning-Gruppe mit Fokus auf Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft erweitert.

Vorteile für Unternehmen

Wer Kreislaufwirtschaft umsetzt, leistet einen direkten Beitrag zum Klimaschutz und unterstützt die nationalen und europäischen Klimaziele. Gleichzeitig reduziert eine effiziente Ressourcennutzung die Abhängigkeit von Rohstoffimporten und erhöht die Sicherheit in der Wertschöpfungskette – ein entscheidender Faktor für die Resilienz in unsicheren Zeiten. Das Projekt bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Netzwerken. So können bei regelmäßigen Veranstaltungen und im digitalen Austausch Erfahrungen geteilt und Kooperationen geschlossen werden.

Ziele für die neue Phase

Die induzierte THG-Minderungswirkung des neuen Projektes soll bei über 61.000 Tonnen CO2 liegen. Das Netzwerk soll mindestens 1.750 Mitgliedsunternehmen erreichen und damit eine Breitenwirkung entfalten, die den Wandel beschleunigt. Interessierte Unternehmen können jederzeit Mitglied des UNK werden.

Erfolge der ersten Förderphase

Das Unternehmensnetzwerk Klimaschutz (UNK) ist eine Initiative des BMUKN und der DIHK und war bereits in der ersten Förderphase erfolgreich:

  • 200 Mitgliedsunternehmen und rund 4.000 registrierte Nutzerinnen und Nutzer
  • 000 Tonnen induzierte Treibhausgas-Minderungen, durch Monitoring-Umfragen bestätigt
  • mehr als 16.000 Teilnehmende bei über 100 eigenen Veranstaltungen

Mit der neuen Förderphase will das UNK auf diesen Erfolgen aufbauen und erweitert seinen Fokus um Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Unternehmen praxisnah zu unterstützen – durch digitale Tools, Erfahrungsaustausch und Best Practices.

Lesen Sie mehr zum Förderprojekt Kreislaufwirtschaft des Bundesumweltministeriums.